Das ziel ist längst erreicht und so dürfen wir Tauferinnerung feiern
Predigttext aus dem Philipperbrief im 3. Kapitel:
Aber alles, was mir damals als Vorteil erschien, sehe ich jetzt – von Christus her – als Nachteil. Ja wirklich: Ich betrachte es ausnahmslos als Nachteil. Dahinter steht die überwältigende Erkenntnis, dass Jesus Christus mein Herr ist! Verglichen mit ihm ist alles andere wertlos geworden, ja, in meinen Augen ist es nichts als Dreck! Mein Gewinn ist Christus. Zu ihm will ich gehören. Denn ich gelte nicht als gerecht, weil ich das Gesetz befolge, sondern weil ich an Christus glaube. Das ist die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und deren Grundlage der Glaube ist. Ich möchte Christus erkennen und die Kraft seiner Auferstehung erfahren. An seinem Leiden möchte ich teilhaben – bis dahin, dass ich ihm im Tod gleich werde. Das alles geschieht in der Hoffnung, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. Paulus jagt dem Ziel weiter nach
Ich möchte nicht behaupten, dass ich das alles schon erreicht habe oder bereits am Ziel bin. Aber ich laufe auf das Ziel zu, um es zu ergreifen. Denn ich bin ja auch von Christus Jesus ergriffen. 13Brüder und Schwestern,ich bilde mir wirklich nicht ein, dass ich es schon geschafft habe. Aber ich tue eines: Ich vergesse, was hinter mir liegt. Und ich strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt. 14Ich laufe auf das Ziel zu, um den Siegespreis zu gewinnen: die Teilhabe an der himmlischen Welt, zu der Gott uns durch Christus Jesus berufen hat.
Eben standen wir noch dort am Start eines Rennens – alle waren gespannt, was kommt. Und jetzt sind wir hier. Wer hat schon einmal an einem Wettrennen teilgenommen? Es zählt auch ein kleines „wer Erster ist“!
In dem Bibeltext spricht Paulus, der Apostel vom Laufen und Dranbleiben. Er kennt das Bild vom Sportplatz. Und wahrscheinlich denkt er an der Stelle auch schon genau wie wir heute. Im Leben sind wir oft unterwegs. Mit Zielen, die wir erreichen wollen. Zielen die wir uns selbst setzen oder die uns vorgegeben werden. Eine gute Note auf dem Zeugnis oder ein bestimmter Urlaubsort an den ich unbedingt reisen möchte.
In diesem Lebens-Rennen gibt es auf der Strecken Kurven, Hindernisse, manchmal auch Pausen – wenn es gut läuft. In den Pausen kann man auch ein bisschen zurückschauen auf den bisherigen Weg. Paulus schaut nicht nur zurück, sondern er will weiter vorwärts. Er sagt sogar, dass er vergisst, „was dahinten ist“, und er streckt sich ganz nach vorne. Auch auf unserem Weg gab es den „Sturz“, da wo wir Gott um Vergebung gebetetn haben. Damit es weitergehen kann. Denn darum geht es wohl im Leben: Es geht ums Dranbleiben.
„Paulus läuft auf ein Ziel zu – für ihn ist dieses Ziel die Gemeinschaft mit Christus, das ewige Leben.“ Da ist es das Ziel, das wir heute vielleicht manchmal gar nicht mehr vor Augen haben. Ein Ziel, dass wir durch die Taufe sogar schon sicher haben. Wir gehören zu Jesus, er hat uns längst an das Ziel gebracht.
„Unser Ziel ist also eigentlich nicht erst hier vorne – unser Ziel ist bei Jesus. Und das beginnt schon hier: am Taufstein.“Die gute Botschaft heute ist: Wir laufen nicht auf ein Ziel zu, das unsicher ist. Wir laufen auf etwas zu, das uns schon lange geschenkt ist.
Und das bedeutet für unser Thema heute „Das Ziel vor Augen haben heißt: Ich weiß, wohin ich gehöre. Ich weiß, wer mich trägt. „In der Schule, im Job, mit Freunden – ich kann mutig sein, weil ich weiß, dass ich jederzeit bei Jesus ankomme.“
Darum und weil zu jedem Rennen auch eine echte Erfrischungspause gehört, lade ich euch ein: Also lasst uns laufen – fröhlich, mutig, manchmal mit Pausen – aber immer mit dem Blick auf das Ziel, das wir schon haben. Kommt her zum Taufstein. Lasst euch mit einer Tauferinnerung erfrischen und genießt, dass ihr das ultimative Ziel schon längst erreicht habt. Amen
Redemanuskript der Predigt im Familiengottesdienst am 17.8.2025 in St. Jakob, Köthen
Pfarramt Hallesche Straße 15a, 06366 Köthen
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